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Informationen zum Eichenprozessionsspinner (EPS)
Der Eichenprozessionsspinner (EPS) tritt im Marburger Stadtgebiet vermehrt auf. Die Universitätsstadt informiert über Risiken und aktuelle Bekämpfungsstrategien.
Über den Eichenprozessionsspinner
Aufgrund der Klimaveränderung breitet sich der Eichenprozessionsspinner (EPS) zunehmend in Deutschland aus – auch im Marburger Stadtgebiet. Der Nachtfalter bevorzugt frei stehende, sonnige Eichen an Waldrändern, in Parks, auf Spielplätzen sowie in Wohngebieten.
Mit dem Laubaustrieb schlüpfen die Jungraupen. Ab Ende Mai bis Anfang Juni entwickeln sie mikroskopisch kleine Gifthaare. Diese besitzen Widerhaken, brechen leicht ab und können sich bei trockener Witterung über größere Entfernungen verbreiten.
Im späten Larvenstadium bilden die Raupen Gespinstnester an Stämmen oder in Astgabeln. Nachts verlassen sie diese in typischen „Prozessionen“, um Nahrung aufzunehmen. Die allergieauslösenden Haare verbleiben lange in der Umgebung und können auch nach Jahren noch wirksam sein. Ein Kontakt mit den Härchen kann beim Menschen Juckreiz, Hautausschlag oder weitere gesundheitliche Beschwerden auslösen.
Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner
Die Universitätsstadt Marburg bekämpft den EPS vorrangig aus gesundheitlichen Gründen, vor allem an Orten, an denen Menschen – insbesondere Kinder – gefährdet sein könnten und eine Absperrung nicht möglich oder sinnvoll ist.
Die bisherigen mechanischen Verfahren sind sehr personalintensiv und stellen hohe gesundheitliche Anforderungen an die Mitarbeitenden. Die Kosten für mechanische Bekämpfungsmaßnahmen durch städtische Mitarbeitende und externe Fachfirmen beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 145.000 Euro – mit steigender Tendenz.
Bereits eingesetzte Methoden sind:
- gezielte Kontrollen im Stadtgebiet
- mechanische Verfahren wie Verkleben, Absaugen oder Heißwasserbehandlung
- biologische Maßnahmen in sensiblen Bereichen
- vorbeugende Maßnahmen wie natürliche Gegenspieler des Eichenprozessionsspinner zu fördern, etwa Nistkästen für Meisen
- Absperrungen betroffener Flächen
Weil künftig mit einem weiteren Anstieg des Befalls zu rechnen ist, ist eine Strategieanpassung bei der Bekämpfung erforderlich.
Hinweis für Grundstückseigentümer*innen: Die Stadt Marburg ist ausschließlich für öffentliche Flächen zuständig. Eigentümer*innen sind für die Kontrolle und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen auf ihren Privatgrundstücken selbst verantwortlich. Eine vollständige Bekämpfung oder Absperrung in allen Bereichen des Stadtgebiets kann nicht gewährleistet werden. Der EPS gehört zu den naturgegebenen Risiken, mit denen ein angemessener und verantwortungsvoller Umgang erforderlich ist.
Fragen und Antworten zum Eichenprozessionsspinner
An dieser Stelle haben wir häufige Fragen und Antworten zum EPS für Sie zusammengefasst.
EPS-Befall melden
Sollten Sie Raupen oder Nester des Eichenprozessionsspinners entdecken, versuchen Sie bitte nicht, die Nester selbst zu entfernen oder die Raupen abzusammeln. Stattdessen sollte der Fund eines Nestes dem Fachdienst Stadtgrün der Stadt Marburg gemeldet werden. Bitte nutzen Sie hierfür das Kontaktformular. Die Mitarbeiter*innen sichten den Baum und prüfen je nach Standort, ob eine Entfernung nötig ist. Das kann einige Tage dauern.
Privateigentümer*innen von Eichenbäumen, die bereits in der Vergangenheit vom EPS befallen waren, haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, ihre Bäume ebenfalls mit Bacillus thuringiensis behandeln zu lassen. Die Stadt Marburg stellt lediglich den Kontakt zur Firma her und übernimmt keine Kosten. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im April. Melden Sie sich in diesem Fall ebenfalls über das Kontaktformular und laden Sie einen Nachweis über den Befall, etwa in Form einer Rechnung, hoch.
Ansprechperson
| Jonas Thissen | |
| TeamleitungAmt / Bereich Fachdienst 67 - Stadtgrün Stadtverwaltung Ockershäuser Allee 15 35037 Marburg Telefon: 06421 201-1707 Mobil: 0151 11174567 E-Mail: gruenflaechen@marburg-stadt.deE-Mail: Jonas.Thissen@marburg-stadt.de Aufgaben: | |

